Bestandteil der ethisch-nachhaltigen Anlagestrategie für unsere Eigenanlagen und für alle unsere im Haus verwalteten Kundenvermögen ist, neben der Berücksichtigung von Ausschluss-, Positiv- und Negativkriterien, auch das sogenannte „Engagement“. Das Engagement, auf Deutsch oft als aktives Aktionärstum bezeichnet, umfasst innerhalb des Anlageprozesses eine aktive Einflussnahme auf Unternehmen, Staaten oder andere Investitionsobjekte in Bezug auf deren Nachhaltigkeitsbemühungen. Unser Ziel ist es dabei, beispielsweise Unternehmen zu motivieren, Verbesserungen in ihrem jeweiligen Nachhaltigkeitsmanagement zu realisieren oder bestehende kontroverse Vorfälle zum Anlass zu nehmen, entsprechende Konsequenzen und konkrete Präventionsmaßnahmen für die Zukunft abzuleiten. Unsere Bereitschaft zum Engagement wird auch von der Orientierungshilfe „Ethisch-nachhaltig investieren“ der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gestützt, die diese Art der Einflussnahme als einen Baustein ethisch-nachhaltiger Geldanlagen sieht.

Unser Engagementansatz

Unseren Einfluss machen wir über Stimmrechtsausübung bei Aktien („Vote“) und konstruktive Dialoge („Voice“) mit den Investitionsobjekten geltend. Vor allem der Dialog, der über eine schriftliche oder persönliche Kommunikation mit Unternehmensvertretern, über Redebeiträge an Hauptversammlungen oder über die Teilnahme an öffentlichen Investorenkampagnen stattfindet, ist in unserer Engagementstrategie von besonderer Bedeutung, da wir ihr eine hohe Einflussnahme zurechnen.

Wir führen unsere Engagementaktivitäten nicht nur bei Aktienunternehmen durch, wie die Bezeichnung „aktives Aktionärstum“ vermuten lassen könnte, sondern auch bei Anleihen ausgebenden Unternehmen oder anderen Investitionsobjekten. Darüber hinaus betreiben wir auf einer übergeordneten Ebene, bei Branchenverbänden oder Finanzmarktakteuren beispielsweise bei Ratingagenturen oder Stimmrechtsberatern, eine aktive Einflussnahme für eine bessere Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in ihren Tätigkeiten.

Wir sind davon überzeugt, dass wir durch ein zielgerichtetes Engagement sowohl negative Nachhaltigkeitswirkungen von Investitionsobjekten verringern oder sogar verhindern können als auch positive Nachhaltigkeitswirkungen fördern. Zudem kann unserer Meinung nach das Rendite-Risiko-Profil eines Investments durch Engagement positiv beeinflusst werden. Aus diesen Gründen sind unsere Engagementaktivitäten in jeder Phase des Anlageprozesses möglich und beschränken sich nicht nur auf unser ethisch-nachhaltiges Anlageportfolio. Das heißt, wir können beispielsweise auch mit Unternehmen in einen aktiven Dialog treten um sie zu einer Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit zu motivieren, wenn sie gegen unsere Ausschlusskriterien verstoßen oder nicht zu unserer Zufriedenheit bei den von uns aufgestellten Positiv- und Negativkriterien abschneiden.

Eine aktive Einflussnahme bedarf einer klaren Struktur und einer Überwachung um nachvollziehbar und erfolgreich zu sein. Deshalb regeln eine Engagementrichtlinie und ein dazugehöriger Engagementprozess unsere Aktivitäten in diesem Bereich.

Unsere Engagementaktivitäten

Um unserer aktiven Einflussnahme die größtmögliche und flächendeckende Schlagkraft und Effizienz zu verleihen betreiben wir Engagement vornehmlich über zwei Kanäle. Zum einen haben wir für einen Teil unserer Eigenanlagen die Engagementaktivitäten an einen externen Dienstleister ausgelagert, der eine weitreichende Expertise in Nachhaltigkeitsbelangen hat. Zum anderen führen wir Unternehmensdialoge oder Stimmrechtsausübungen gemeinsam mit anderen institutionellen Investoren über das von uns mitgegründete internationale Engagement-Netzwerk Shareholders for Change (SFC) aus. Zusätzlich kooperieren wir bei einzelnen Engagementaktivitäten auch mit anderen Nachhaltigkeitsinvestoren.

Aktuelle Informationen zum Engagement

Beispiele unserer Engagmentaktivitäten

12/2019
BKC setzt sich für eine gesetzliche Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten ein

Als katholische Kirchenbank berücksichten wir bereits seit dem Jahr 2003 ein umfassendes Nachhaltigkeitskriterienset aus Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG). Unternehmen tragen Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten, auch in Ihrer Wertschöpfungskette. Deshalb unterstützen wir die Erklärung zur Einführung einer gesetzlichen Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten in Deutschland. Denn es ist absolut wünschenswert, dass Deutschland und die gesamte EU dem Beispiel einiger Länder wie Frankreich folgen und eine Gesetzgebung zur Sorgfaltspflicht in den Bereichen Menschenrechte und Umwelt erlassen.

Link zur Initiative auf www.business-humanrights.org

11/2019
Bank für Kirche und Caritas, GLS Bank & Hannoversche Kassen geben gemeinsame Stellungnahme zum BaFin-Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken ab

Die Bank für Kirche und Caritas, die GLS Bank und die Hannoverschen Kassen haben eine gemeinsame Stellungnahme zum BaFin „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ abgegeben, in dem die notwendige Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in das Risikomanagement von Finanzinstituten gefordert wird. Die BaFin holt damit das Thema Nachhaltiges Investment aus der grünen Nische heraus und stellt es in das gesamte Finanzsystem.

In der gemeinsamen Stellungnahme honorieren die BKC, die GLS Bank und die Hannoverschen Kassen diesen „mutigen, wenngleich längst überfälligen Schritt.“ Vor dem Hintergrund der Dringlichkeit der Bekämpfung der Klimakrise ist es nun wichtig, dass das Ansinnen der BaFin von den Marktakteuren konstruktiv aber auch kritisch begleitet wird. Die Unterzeichner der Stellungnahme regen vor allem an, bei der Risikoabwägung dringlich auch vermeintlich radikale Chancenperspektiven einzubeziehen. Denn nur wer sich den tatsächlichen Anpassungsbedarfen unserer bisherigen Wirtschaftsweise bewusst ist, kann auch entsprechende Chancen und Risiken identifizieren und eine Abkehr vom „weiter so“ einleiten.

Ferner stellen die BKC, die GLS Bank und die Hannoverschen Kassen heraus, dass die Diskussionen verstärkt in Richtung einer Internalisierung externer Kosten und somit auch in Richtung eines Budgetdenkens in Bezug auf Ökosystemleistungen gehen muss. Das bedeutet, dass Wirtschaftssysteme nur innerhalb der planetarischen Leitplanken gedacht werden können, die eine Regeneration der Ökosysteme erlaubt und so soziale Brüche und Konflikte vermeidet. Zu diesem Punkt führen die Autoren der Stellungnahme ergänzend an, dass die Interdependenzen von ökologischen und sozialen Risiken stärker hervorgehoben werden müssen. „Bei der Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken muss somit immer die Wechselwirkung zwischen Umwelt, Soziales und Governance berücksichtigt werden, um alle risikorelevanten Dimensionen zu identifizieren und abzuschätzen,“ so Tommy Piemonte von der BKC.

10/2019
Atomwaffen? Nein danke!
BKC ausgezeichnet für konsequenten Ausschluss von Atomwaffeninvestments

Der konsequente Ausschluss von Atomwaffeninvestments und -finanzierungen der BKC ist von den Nichtregierungsorganisationen PAX und ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), die Friedensnobelpreisträger von 2017 sind, als Vorbild für die Finanzindustrie ausgezeichnet worden. Als erste katholische Bank hat die BKC in dem im Oktober erschienenen Bericht "Beyond the bomb" für die Reichweite und Umsetzung des Investitions- und Finanzierungsausschlusses von Atomwaffen Einzug in die sogenannte "Hall of Fame" gehalten. In der "Hall of Fame" befinden sich mit der BKC nur insgesamt 36 Finanzinstitute weltweit, die Investitionen in und Finanzierungen von Atomwaffen und im Fall der BKC auch andere kontroverse Waffen und Massenvernichtungswaffen systematisch ausschließen. Die Prüfkriterien, die an die untersuchten Finanzinstitute angelegt wurden, sind dabei sehr streng. Sie beinhalten als zentralen Punkt die Reichweite und Umsetzung der internen Richtlinien und Managementsysteme, die einen Ausschluss sämtlicher Atomwaffenhersteller und Hersteller von Atomwaffenbestandteilen sowie mit der Einsatzfähigkeit von Atomwaffen betrauten Dienstleistern garantieren. Daneben werden Transparenzanforderungen an den zum Einsatz kommenden ethisch-nachhaltigen Kriterienfilter gestellt und ein Abgleich mit den tatsächlich getätigten Investments vorgenommen. Gerade die letztgenannte Anforderung soll gewährleisten, dass nicht Finanzinstitute ausgezeichnet werden, die lediglich auf dem "Papier" zu den Besten gehören.
"Als katholische Kirchenbank fühlen wir uns verpflichtet, nicht nur keine Atomwaffeninvestments zu tätigen, sondern auch ein öffentliches Bekenntnis gegen Atomwaffen und andere Massenvernichtungs- und kontroverse Waffen abzugeben, um so auch andere Investoren zu motivieren, sich mit diesen verheerenden Waffen in der Kapitalanlage zu beschäftigen", bestätigt Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas.

Den Bericht "Beyond the bomb" können Sie kostenfrei einsehen unter:

https://www.dontbankonthebomb.com/beyond-the-bomb-these-investors-are-rejecting-nuclear-weapons/

08/2019
SfC veröffentlicht den Bericht "Seltene Erden in der Zulieferkette - Herausforderungen für eine nachhaltige Energiewende" (Rare Metal Supply Chains)

Neue Studie über seltene Erden dient verantwortungsbewussten Anlegern als Leitfaden


Ein Bericht des europäischen Investorennetzwerks SfC - Shareholders for Change listet zwölf Unternehmen auf, die potenziell Risiken im Zusammenhang mit der Gewinnung und Verwendung von seltenen Metallen ausgesetzt sind, die für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft von strategischer Bedeutung sind.

Seltene Erden kommen in Windkraftanlagen, Batterien für Elektroautos, Photovoltaik-Modulen und Energiesparlampen vor. Diese Elemente haben jedoch mindestens zwei Hauptprobleme: Sie werden hauptsächlich von China gefördert und vermarktet, das quasi monopolisiert ist, oder aus menschenrechtsgefährdeten Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo (Kobalt). Und sie sind einer Reihe von Risiken ausgesetzt, sowohl für die Umwelt (Grundwasserverschmutzung, Bodenerosion, Einleitung giftiger Abwässer) als auch für die Arbeitnehmer (mangelnder Schutz). Der Bericht „Rare Metal Supply Chains“ unterstreicht dies mit zahlreichen Details, Tabellen und praktischen Beispielen an und hilft verantwortungsbewussten Anlegern in ihrer Entscheidung.

https://www.shareholdersforchange.eu/rare-metals-12-companies-targeted-by-sfc/
2019-07-SFC-Rare-metals-report.pdf

 

07/2019
Das BKC Engagement zeigt Wirkung
Die italienische Regierung hat am 31. Juli die Rheinmetall-Bombenexportlizenzen für Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die am Jemenkrieg beteiligt waren, für 18 Monate ausgesetzt.

 
Die Engagement-Aktivitäten der BKC bei den Hauptversammlungen von Rheinmetall und im italienischen Abgeordnetenhaus, haben zusammen mit den Bemühungen anderer Finanz-, zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Akteure das Scheinwerferlicht auf die von Rheinmetalls Tochtergesellschaft RWM Italia produzierten Bomben gelenkt, die nach Saudi-Arabien exportiert und im Jemenkrieg auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden. Als Reaktion auf den Druck von zivilgesellschaftlichen Organisationen und kritischen Aktionären hat die italienische Regierung am 31. Juli beschlossen, die Ausfuhrgenehmigung der RWM Italia für Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate für 18 Monate auszusetzen. "Es ist ein erster, bedeutender Sieg für unsere gemeinsamen Engagement-Aktivitäten", so Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der BKC. "Als kritische Aktionäre hätten wir es natürlich vorgezogen, dass das Unternehmen seine umstrittenen Exporte autonom aussetzt, bevor es von einer Regierung gezwungen wird. Dennoch freuen wir uns, dass unsere Bemühungen dazu beigetragen haben, die Rolle Rheinmetalls im Jemenkrieg in das Blickfeld des Gesetzgebers zu stellen".
 

06/2019
BKC stellt Rheinmetall auf der Hauptversammlung am 28.05.2019 zur Rede

Kritik an Waffenexporten nach Saudi Arabien und Risiken durch Menschenrechtsverstöße

Die Bank für Kirche und Caritas eG (BKC) konfrontierte Vorstand und Aufsichtsrat des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit detaillierten Fragen zu ihrer Waffenexportpraxis bei der Hauptversammlung vergangenen Dienstag in Berlin. Im Fokus der Kritik steht der Export von Bomben des italienischen Tochterunternehmens „RWM Italia SpA“ an Saudi Arabien, die diese Bomben im Jemenkrieg einsetzen. In dem bereits seit vier Jahren tobenden Krieg im Jemen kommt es nach UN-Angaben zu schwersten Menschenrechtsverstößen mit tausenden von Toten in der Zivilbevölkerung.

Da die ethisch-nachhaltige Anlagestrategie der BKC keine Investitionen in Rüstungskonzerne erlaubt, ist über das Shareholders for Change-Netzwerk (BKC ist der deutsche Vertreter dieses europäischen „Engagement“-Netzwerks institutioneller Investoren) eine einzelne Aktie von Rheinmetall erworben worden, um ein Stimm- und Rederecht an der Hauptversammlung zu haben. „Uns ist bewusst, dass ein Rüstungsunternehmen nicht seine Waffenexporte einstellt, nur weil wir es darum bitten. Allerdings können wir die Unternehmensführung und die Aktionäre des Unternehmens für Reputationsrisiken, rechtliche Risiken und daraus erwachsene finanzielle Risiken sensibilisieren. Dadurch bauen wir Druck auf und bringen Unternehmen unter Rechtfertigungszwang, warum sie Waffen in Staaten exportieren, die die Menschenrechte nicht achten.“, so Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der BKC.

Grundlage seiner Argumentation bilden die „UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“. Sie halten unmissverständlich fest, dass ein Unternehmen sicherstellen muss, dass es auch durch seine Produkte und Dienstleistungen zu keinen Menschenrechtsverletzungen kommt. Dies gilt auch unabhängig von der Fähigkeit oder Bereitschaft eines Staates die eigenen menschenrechtlichen Verpflichtungen sicherzustellen. Die UN-Leitprinzipien sind in Deutschland bereits in den „Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ überführt worden, dessen gesetzliche Verankerung die Bundesregierung im Jahr 2020 prüft. In Frankreich wurden bereits 2017 menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für große Unternehmen verbindlich per Gesetz eingeführt. Hierdurch können für Unternehmen Klage- und Schadenersatzrisiken aufgrund von Menschenrechtsverletzungen entstehen, die finanzielle Verluste zur Folge haben.

03/2019
BKC kritisiert Waffen- und Rüstungsexporte in Drittländer vor dem italienischen Abgeordnetenhaus in Rom
Engagement-Richtlinie für Eigenanlagen veröffentlicht


Die Bank für Kirche und Caritas (BKC) hat sich am 1. März mit einem Redebeitrag auf einer Roundtable-Veranstaltung im italienischen Abgeordnetenhaus (Camera dei Deputati) als Expertin für ethisch-nachhaltige Geldanlagen in die Diskussion über „Produktion und Handel mit Waffen: Unsere Verantwortung“ eingebracht. Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas, erläuterte den zahlreichen anwesenden Parlamentariern, Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche sowie Teilnehmern aus der Zivilgesellschaft und der Rüstungsindustrie, dass Investoren mit ihren Anlageentscheidungen konkrete Verantwortung für dieses ethisch brisante Thema tragen. Er unterstrich in seinen Ausführungen, dass sich Investoren bewusst sein müssen, dass sie mit dem Kauf von Aktien und Anleihen von Rüstungsunternehmen immer auch die Produktion und den Export von Rüstungsgütern teilweise in Konfliktstaaten finanzieren. Dem können sie nur entgegenwirken, indem sie solche Investitionen bewusst einschränken oder sogar gänzlich aus ihrem Portfolio ausschließen.


Verlinkung zum vollständigen Artikel

12/2018
SfC veröffentlicht die Studie "Bad Connection" über fehlende Steuertransparenz im europäischen Telekommunikationssektor

Die Bank für Kirche und Caritas geht mit dem Investorennetzwerk Shareholders for Change gegen den Mangel an Steuertransparenz im europäischen Telekommunikationssektor vor.

Das europäische Investorennetzwerk SfC - Shareholders for Change, das seit 2017 aktiv seinen Einfluss bei Unternehmen zu mehr Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten ausübt, hat auf seiner Halbjahrestagung am 5. Dezember 2018 in Paris die Studie "Bad Connection" über die mangelnde Steuertransparenz im europäischen Telekommunikationssektor veröffentlicht. Der Bericht enthüllt nicht nur die fehlende Steuertransparenz fast aller untersuchten europäischen Telekommunikationsriesen, sondern lässt auch Fragen aufkommen, inwieweit damit aggressive Steuervermeidungspraktiken begünstigt werden können.

„Mit Ausnahme von Vodafone veröffentlicht keiner der großen Telekommunikationskonzerne in Europa wie Telecom Italia, Deutsche Telekom und Orange länderbezogene Steuerdaten. Dieses von der OECD empfohlene sogenannte Country-by-Country Reporting soll eine Gewinnverlagerung und damit aggressive Steuervermeidungspraktiken multinationaler Unternehmen offenlegen“, erklärt Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch der Bank für Kirche und Caritas, die Gründungsmitglied der Shareholders for Change ist. „Obwohl Vodafone bei den untersuchten Telekommunikationsunternehmen in Punkto Steuertransparenz als Vorbild zu nennen ist, wirft die Studie bei dem Telekommunikationsgiganten trotzdem Fragen auf, weil der größte Teil der Unternehmensgewinne (38%) in den zwei Conduit-Ländern (Schattenfinanzplätzen) Luxemburg und Malta erwirtschaftet werden, obwohl dort nur 325 Mitarbeiter der insgesamt über 108.000 weltweit tätigen Mitarbeiter von Vodafone beschäftigt sind. Dieses schon öfters bei multinationalen Konzernen aufgedeckte Missverhältnis zwischen Gewinnerwirtschaftung und den tatsächlichen wirtschaftlichen Aktivitäten in solchen Conduit-Ländern, kann ein Hinweis auf aggressive Steuervermeidungspraktiken sein.“

Studie "Bad Connection" auf www.shareholdersforchange.eu
20181205_Bad-Connection.pdf
 

06/2018
Erster gemeinsamer Bericht:
Positive Fortschritte des Netzwerks SfC für mehr Klimaschutz, Menschenrechte und Steuergerechtigkeit


Am 28. Juni 2018 stellte die Bank für Kirche und Caritas eG gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Netzwerks Shareholders for Change (SfC) die positiven Fortschritte in einem ersten Bericht der SfC Engagement-Aktivitäten bei einer Pressekonferenz in Wien vor. Das im Dezember 2017 gegründete Netzwerk europäischer institutioneller Investoren beschreibt darin die Hauptaktivitäten ihrer Engagement-Bemühungen. Mit 15 Aktivitäten für Klimaschutz, Menschenrechte und Steuergerechtigkeit haben die sieben SfC-Mitglieder in der Hauptversammlungssaison 2018 ihre Entschlossenheit zum Handeln unter Beweis gestellt.

 „Mit insgesamt 22 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen haben wir als SfC auf verschiedenen Hauptversammlungen Redebeiträge eingebracht, unsere Stimmrechte ausgeübt und sind aktiv in einen persönlichen oder schriftlichen Austausch mit Unternehmen gegangen, um Nachhaltigkeitsaspekte zu thematisieren“, berichtet Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas. Die dabei mit Unternehmen behandelten Nachhaltigkeitsthemen umfassen Fragen der Lieferkette für Kobalt in der Autoindustrie, aggressive Steuervermeidungspraktiken, überbordende Vorstandsvergütungen oder bestehende Finanz- und Umweltrisiken aus der Beteiligung an der Kohleindustrie. Insgesamt sind so 15 Engagement-Aktivitäten gestartet worden, die nun weiter verfolgt werden.
 
„Die mit unseren Engagement-Aktivitäten erreichten Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild“ resümiert Tommy Piemonte. „Wir haben eine generelle Gesprächsbereitschaft bei Unternehmen wie Generali, Renault oder Inditex/Zara bei den angesprochenen Nachhaltigkeitsthemen erreichen können und bei der DZ Bank haben wir sogar, gemeinsam mit anderen Nachhaltigkeitsinvestoren, dazu beigetragen, dass sich diese zukünftig aus der Projektfinanzierung von Kohlekraftwerken zurückzieht. Mehr Schwierigkeiten mussten wir dagegen bei Rheinmetall und Leonardo, beides Unternehmen mit einer großen Rüstungssparte, feststellen“, ergänzt Herr Piemonte.

SfC Engagement-Report (PDF in englischer Sprache)


05/2018
Auftritt als kritischer Aktionär: Engagement bei Rheinmetall auf der Hauptversammlung

Bei der Hauptversammlung von Rheinmetall nahm die Bank für Kirche und Caritas (BKC) als deutscher Vertreter des europäischen Engagement-Netzwerks institutioneller Investoren „Shareholders for Change“ (SfC) teil. Hierbei kritisiert die BKC vor dem Vorstand, und Aufsichtsrat sowie den Aktionären von Rheinmetall den Export von Bomben an Saudi Arabien über ein italienisches Tochterunternehmen. Gemäß den Recherchen von Nichtregierungsorganisationen werden diese Bomben im Jemenkrieg eingesetzt, wo sie bereits unzählige zivile Opfer gefordert haben und die humanitäre Katastrophe unter der Bevölkerung verschlimmern. An der Hauptversammlung haben wir deshalb Rheinmetall mit einem Dutzend Fragen unter anderem zur Produktion der Bomben in Italien, den weiteren Plänen zu diesen Produktionsanlagen und dem Umgang als Unterauftragnehmer von in den USA ansässigen Rüstungskonzernen konfrontiert. Da die ethisch-nachhaltige Anlagestrategie der BKC keine Investitionen in Rüstungskonzerne erlaubt, ist über das Shareholders for Change Netzwerk eine einzelne Aktie von Rheinmetall erworben worden, um ein Stimm- und Rederecht an der Hauptversammlung zu haben. Dieses Vorgehen wird als „Shareholder Critisim“ (deutsch: „kritisches Aktionärstum“) bezeichnet und ist eine Möglichkeit für die BKC, aktiv Einfluss auf die Nachhaltigkeit eines Unternehmens zu nehmen.


04/2018
BKC und SFC beteiligen sich an konkreten Forderungen für einen nachhaltigen Finanzmarkt

Die Bank für Kirche und Caritas eG (BKC) stellt gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Finanzakteuren, Wissenschaftlern sowie Organisationen der Zivilgesellschaft und der Kirche konkrete Forderungen nach einem nachhaltigen Finanzmarkt an die handelnden politischen Akteure auf europäischer und deutscher Ebene. Mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) hat die Weltgemeinschaft wichtige und dringend notwendige Entscheidungen für eine nachhaltigere Entwicklung für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft getroffen. Es ist höchste Zeit, die notwendigen Schritte zur Erreichung dieser Vereinbarungen nun auch in die Tat umzusetzen. Der Finanzindustrie kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn Banken und Investoren haben mit der bewussten Steuerung von Geldströmen einen enormen Einfluss auf die nachhaltige Transformation der Gesamtwirtschaft und vieler gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Für uns als Bank ist es wichtig neben dem Offenen Brief aktiv eine nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Daher sind wir im Dezember 2017 dem neuen europäischen Engagement-Netzwerk Shareholders for Change (SFC) als Gründungsmitglied beigetreten. Damit treten wir in den Nachhaltigkeitsdialog mit Unternehmen und Finanzmarktakteuren, zu denen auch politische Akteure gehören, und nehmen damit aktiv Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung.

Den vollständigen Brief mit allen Forderungen finden Sie hier.
 

11/2017
Erfolgreiche Einflussnahme: DZ Bank kündigt Ende der Kohlekraftwerksfinanzierung an


Bereits seit dem Jahr 2003 wendet die Bank für Kirche und Caritas eine ethisch-nachhaltige Anlagestrategie für alle ihre Eigenanlagen und hauseigenen Investmentprodukte an. Damit gehören wir zu den Pionieren ethisch-nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland. Die ethisch-nachhaltige Anlagestrategie der BKC beinhaltet den Einsatz von drei Bausteinen: Ausschlusskriterien, Positiv-/Negativkriterien (z.B. Best-in-Class) sowie Engagement. Gerade im Bereich Engagement sehen wir die Möglichkeit, aktiv auf Unternehmen und Finanzmarktakteure Einfluss für eine nachhaltige Entwicklung zu nehmen. Auch unser neuerlicher Engagementerfolg, die DZ Bank AG dazu zu bewegen, zukünftig keine Projektfinanzierungen mehr für Kohlekraftwerke zu tätigen, bestärkt uns in unserem Vorgehen. Diesen Erfolg haben wir gemeinsam mit anderen Kirchen- und Nachhaltigkeitsbanken aus dem genossenschaftlichen Bereich erwirkt. 

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