Ausschlusskriterien

Damit Sie sich selbst von der Qualität unseres Filters überzeugen können, legen wir hier die einzelnen Kriterien offen.

Die Liste unserer ethisch-nachhaltigen Ausschlusskriterien gibt an, welche einzelnen Merkmale direkt zum Ausscheiden eines Emittenten aus dem Anlageuniversum führen. Dabei geht es uns nicht darum, eine Fülle an Kriterien aufzuführen, sondern diejenigen Problemfelder der christlichen Sozialverkündigung zu benennen, die eine zukunftsgerechte Entwicklung verhindern.

Wir trennen nach Kriterien für Staaten und Unternehmen, da beide in verschiedener Art Verantwortung für die Zukunft unserer Schöpfung und Gesellschaft tragen. Wenn ein Staat oder Unternehmen gegen eines oder mehrere der nachfolgenden Kriterien verstößt, ist für uns als Bank für Kirche und Caritas eine Investition ausgeschlossen.

Ausschlusskriterien Unternehmen
  • Abtreibung und nidationshemmende Verhütungsmittel
  • Programme zum Klonen, zur gentechnischen Veränderung menschlichen Erbguts oder Verwendung von embryonalen Stammzellen
  • Arbeitsrechtsverletzungen im eigenen Betrieb oder in der Zulieferkette ohne entsprechende Gegenmaßnahmen gemäß der Kern- und Schlüsselarbeitsnormen der ILO - Internationalen Arbeitsorganisation
  • Suchtmittel: Glücksspiele (Umsätze ab 5 %), Produktion und Vertrieb von Tabak (Umsätze ab 5 %) sowie Produktion und Vertrieb von Cannabis für nicht medizinische Zwecke
  • Pornografie und pornografische Unterhaltungsdienstleistungen (Umsätze ab 5 %)
  • Unlauteres Geschäftsgebaren (wie beispielsweise Geldwäsche, Bestechung und Korruption)
  • Menschenrechtsverletzungen im eigenen Betrieb oder in der Zulieferkette ohne entsprechende Gegenmaßnahmen
  • Produktion von Rüstungsgütern (Umsätze ab 5 %), Vertrieb von Handfeuerwaffen an Zivilbevölkerung
  • Produktion von allen geächteten Waffen (beispielsweise Streumunition und Anti-Personenminen) sowie atomaren, biologischen und chemischen Waffen und deren strategischen Bestandteile
  • Umwelt- und Biodiversitätszerstörung ohne entsprechende Gegenmaßnahmen
  • Besitz oder Betrieb von Kernkraftwerken, Produkten und Dienstleistungen für Atomkraftwerke (Umsätze ab 5 %), Förderung von Uran
  • Tierversuche bei Kosmetika
  • Förderung von Kraftwerkskohle (Umsätze ab 10 %), Kraftwerkskohlereserven (ab 500 Mio. Tonnen), Stromproduktion aus Kraftwerkskohle (Umsätze ab 20 % oder 10 Mio. Mwh)
  • Unkonventionelle Öl- und Gasförderung und Reserven (beispielsweise Schiefergas und Ölsand), Öl- und Gasförderung in der Arktis, Ölreserven (ab 1.000 mmboe) sowie Stromproduktion aus Öl (Umsätze ab 50 %)
  • Grüne Gentechnik

Stand: 01.01.2020

Ausschlusskriterien Staaten
  • Todesstrafe (Vollstreckung in den letzten 10 Jahren)
  • Fehlende Religionsfreiheit (Unterbindung freier Religionsausübung)
  • Menschenrechtsverletzungen (dauerhaft und systematisch)
  • Totalitäre Regime (Unterbindung demokratischer Rechte und Pressefreiheit)
  • Rüstungsbudget ab 4 % vom BIP
  • Keine Ratifizierung der Konventionen zu biologischen und chemischen Waffen
  • Atomwaffenbesitz (ohne vollständigen Abrüstungsplan)
  • Hoher Grad an Korruption
  • Keine Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens oder Nachfolgeklimaprotokolle
  • Unzureichende Klimaschutzleistungen (ungenügende Klimapolitik und -schutzmaßnahmen)
  • Atomenergie (Anteil an der Primärenergieproduktion mehr als 25 % und kein Ausstiegsbeschluss)

Stand: 01.01.2020

Ausschlusskriterien Finanzinstrumente
  • Agrarrohstoffderivate
  • Hochfrequenzhandel

Warum prozentuale Grenzen?

Moralische Urteile über Unternehmen werden in der modernen Wirtschaft immer schwieriger. Gerade angesichts der engen Verstrickungen der Unternehmen auf den Kapitalmärkten und bei ihren wirtschaftlichen Aktivitäten ergibt sich oft ein sehr heterogenes Bild, das sich nicht einfach mit den Kategorien „schwarz“ oder „weiß“ beschreiben lässt. Speziell Großkonzerne haben ganz unterschiedliche Geschäftssparten, deren Nachhaltigkeit nur in verschiedenen Graustufen bewertet werden kann. Aus diesem Grund nutzen wir in einigen Ausschlusskriterien-Bereichen den Schwellenwert von wenigen Prozent des Unternehmensumsatzes. Dies machen wir dort, wo ein belegbarer Null-Prozentumsatz aufgrund der Datenlage nicht gesichert erhoben werden kann oder ein Transformationsprozess des Unternehmens zu mehr Nachhaltigkeit unterstützt werden soll. Wir wollen Unternehmen nicht für ihre gesamte Geschäftstätigkeit abstrafen, wenn sie nur in äußerst geringem Maße Geschäftsfeldern nachgehen, die wir unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ethisch ablehnen. Die Nachhaltigkeitswirkung dieses Schwellenwertes ist innerhalb unseres Abwägungsprozesses vertretbar, da Unternehmen mit einem so geringen Unternehmensumsatz in einem kontroversen Geschäftsfeld, aus globaler Perspektive ausschließlich marginal zum Erhalt dieser Geschäftssparte beitragen. Darüber hinaus üben wir dann bei den betreffenden Unternehmen unsere Einflussmöglichkeiten als Nachhaltigkeitsinvestor aus, indem wir versuchen, die Unternehmen im Rahmen unserer Engagement-Aktivitäten dahingehend zu motivieren, ihr als ethisch-kontrovers betrachtetes Geschäftsfeld umzustellen.

Ein Beispiel verdeutlicht unsere Argumentation: Momentan haben wir bei unserem Ausschlusskriterium „Produktion von Rüstungsgütern“ eine Toleranzgrenze von 5 Prozent des Unternehmensumsatzes. Eine Absenkung dieses Schwellenwertes auf null Prozent würde zum Beispiel auch Firmen wie Siemens (Umsatzanteil aus Rüstungsgüterproduktion 0,1 Prozent per 06/2020) ausschließen. Vereinfacht gesagt würde eine Null-Prozentgrenze die meisten technologisch orientierten Industrieunternehmen betreffen und damit faktisch weite Teile des aktuell möglichen Anlageuniversums ausschließen. Diese Umsetzung ginge deutlich zu Lasten der Diversifikationsmöglichkeiten und damit der Risikostreuung in den Anlageportfolien, ohne dass damit eine spürbare Reduktion des tatsächlichen Rüstungsgüteranteils einherginge.