Pflegegesetz: GEPA-NRW

Besucher zeigten großes Interesse an Informationsveranstaltung

Auf sehr gute Resonanz stieß unsere gemeinsame Fachveranstaltung mit dem Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. am 5. Mai 2015 zum Thema GEPA-NRW. Was ist GEPA? GEPA-NRW tritt die Nachfolge des Landespflegegesetzes und des bisherigen Wohn- und Teilhabegesetzes an. Es regelt die Gestaltung der Pflegeinfrastruktur und die Mindestanforderungen für Pflege- und Wohnangebote in der Alten- und Behindertenhilfe. Über die Auswirkungen des Gesetzes GEPA-NRW, die Herausforderungen für die Umsetzung in der Praxis und die Finanzierungsfolgen informierten fünf Referenten in der Katholischen Akademie Schwerte.

Zu Beginn begrüßte Josef Lüttig, Direktor des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn, die rund 110 Teilnehmer, die überwiegend aus dem Pflegebereich kamen. Er wies darauf hin, dass es das gemeinsame Anliegen der Spitzenverbände aus Caritas und der Wohlfahrtspflege sei, den Einrichtungen stets die größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.  Caritasdirektor Lüttig erläutert rückblickend, dass es von Beginn der Gesetzesentwicklung an Gespräche mit der Politik gegeben habe, und dass frühzeitig auf Probleme hingewiesen wurde. „Dennoch zeichnet es sich ab, dass die Landesregierung mit dem Gesetz über das Ziel hinausgeschossen ist“, so Lüttig.

Praxisorientiert erläuterte Thorsten Gerenkamp vom Diözesan-Caritasverband Paderborn das Feststellungs- und Festsetzungsverfahren und gab zahlreiche Tipps für das Ausfüllen der Formulare sowie den richtigen Umgang mit dem Programm PfAD.invest.

Mit Spannung wurde der Vortrag von Karl Nauen, Geschäftsführer der Dr. Heilmaier& Partner GmbH, erwartet. In seinem Vortrag gab er Antworten auf viele betriebswirtschaftliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der Durchführungsverordnung zum Alten- und Pflegegesetz (APG-DVO). Er betonte, dass die Anforderungen der DVO derzeit von den Bestandseinrichtungen nicht vollständig erfüllt werden können. Das Gesetz verlangt bei Sanierungsmaßnahmen den historischen Wert der Anschaffungskosten. Anhand von Beispielen zeigte er Finanzierungen auf und zog die Schlussfolgerung, dass durch die APG-DVO ein hoher administrativer Aufwand für Einrichtungen erforderlich sein wird.

Vorstandsmitglied Jürgen Reineke betonte, dass die Bank für Kirche und Caritas als Selbsthilfeeinrichtung stets die Förderung ihrer Kunden, und nicht die Rendite in den Mittelpunkt stellt. Er erläuterte den Anwesenden den Prozess und die Aspekte einer Kreditentscheidung und gab Tipps für die Kreditantragstellung.

Wie man das Betriebsergebnis I verbessert, erläuterte Clemens Johannigmann, Diözesan-Caritasverband Paderborn, anschaulich in seinem Schlussvortrag. Jährliche Pflegeverhandlungen und eine gute Vorbereitung der Verhandlungsgespräche seien der erste Schritt, konstatierte Johannigmann, und bot den Gästen weiterführende Gespräche an.