Bild zur Ausstellung (Bildnachweis: Nana Slavin) Eröffnung der Ausstellung »Tugend & Sünde«: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Stefanie Lieb, Studienleiterin für Kunst der Katholischen Akademie Schwerte, Künstler Matvey Slavin und Carina Willeke, Bank für Kirche und Caritas.

"Tugend und Sünde"

Künstler Matvey Slavin stellt Bilder aus

Matvey Slavin zeigt die Kunstausstellung »Tugend & Sünde« bis 30. Oktober 2020 in unseren Fenstern. Der Künstler war 2018 Artist in Residence-Stipendiat der Katholischen Akademie Schwerte. Matvey Slavin, der in Kopenhagen lebt und arbeitet, präsentiert hier in Paderborn nun sein aktuell in der Corona-Krise erarbeitetes Ausstellungskonzept »Tugend & Sünde«.

In elf Bildern, die in einer Kratztechnik (Engraving) ausgeführt wurden, befasst sich der Künstler mit dem Kanon der Tugenden und Sünden, einem Wertekatalog, der bereits in der Antike erstellt wurde und bis heute die Grundfragen zu Moral und Ethik prägt. Die 2020 über die gesamte Menschheit hereinbrechende Katastrophe der Corona-Pandemie hat viele existentielle Grundfragen des menschlichen Lebens, vor allem auch die des sozialen Miteinanders, wieder hochkommen lassen. Damit verbunden ist auch die Suche nach Grundwerten, die nachhaltig Bestand haben und dem menschlichen Leben, abseits der rein materiellen Sicht, einen tieferen Sinn geben können.

Matvey Slavin verwendet hier in der Darstellungsweise das klassische Schema der kontrastierenden Gegenüberstellung: Die Tugenden sind als weiße Symbolbilder auf die in unterschiedlichen Farben grundierten Leinwände aufgetragen, die Sünden erscheinen in schwarzen Konturen. Der Bildaufbau folgt immer einer fast an Schrift erinnernden kalligrafischen Struktur – erst bei genauerer Betrachtung nimmt man die unterschiedlichen Einzelmotive wahr: so ist z.B. bei der Mäßigung (temperantia) die Schnecke zu erkennen, die auch für Entschleunigung stehen kann, oder bei der Habgier (avaritia) der kleine Mensch, der sich nach einem großen Sack von schweren Steinen oder Goldbarren ausstreckt und dabei abzustürzen droht.

Der Künstler selbst beschreibt seine dazu entstandene Serie der »Tugend & Sünde«-Bilder folgendermaßen:

»Die Corona-Pandemie hat viele Menschen – und auch mich – dazu bewegt, mehr über existenzielle Fragen und grundsätzliche Werte nachzudenken. Ich habe mich deswegen entschieden, das Thema der Tugenden und Sünden aufzugreifen und zeige hier eine Auswahl aus meiner Serie (11 von 14 Werken). Mit der Interpretation der folgenden sieben Tugenden habe ich mich befasst: Demut (humilitas), Mildtätigkeit (caritas), Keuschheit (castitas), Geduld (patientia), Mäßigung (temperantia), Wohlwollen (humanitas) und Fleiß (industria). Und mit folgenden sieben Sünden: Hochmut (superbia), Habgier (avaritia), Wollust (luxuria), Zorn (ira), Völlerei (gula), Neid (invidia) und Faulheit (acedia).
Auf den farbig bemalten Leinwänden sind weiße (Tugend) und schwarze (Sünde) Gedankengerüste abgebildet - abstrakte und erzählende Elemente werden hier jeweils zu einer Einheit zusammengefügt.«