"Tabu: Verbotene Fotografie"

Großformatige Fotografien und Plakate in den Fenstern der Bank für Kirche und Caritas

Großformatige Fotografien und Plakate des Projekts „Rette sich, wer kann“ sind in den Fenstern der Bank für Kirche und Caritas zu sehen. Die Ausstellung ist ein Preview auf die Paderborner Fototage 2020, die unter dem Motto „Tabu: Verbotene Fotografie“ stehen. Das Projekt „Rette sich, wer kann“ zeigt Rettungskräfte aus Paderborn, die während ihres Einsatzes selbst Erfahrungen mit Gewalt gegen Rettungskräfte gemacht haben und wie sie damit umgehen. Die Fotografien und Plakate sind noch bis zum 30. April in den BKC-Fenstern zu sehen.

Rette sich, wer kann - Ein Projekt der Paderborner Fototage

Rettungskräfte helfen in Situationen, in denen andere Menschen in Not geraten. Was aber passiert, wenn sie durch körperliche oder verbale Angriffe in diesen Situationen selbst zu Opfern werden?
Immer wieder werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallhilfe, der Feuerwehr oder der Polizei im Einsatz an ihrer Arbeit gehindert. Sie werden beschimpft, bedroht oder sogar verletzt – von Passanten, aber auch von den Menschen, denen sie helfen wollen. Nicht selten spielt der Konsum von Drogen oder Alkohol dabei eine Rolle. Gemessen an der Anzahl von Einsätzen, die viele Rettungskräfte pro Jahr absolvieren, stellen gewalttätige Übergriffe für die einzelne Helferin oder den einzelnen Helfer zwar eher seltene Vorfälle dar – bei den Betroffenen hinterlassen sie jedoch Spuren, die sich auf das weitere Berufsleben und auch in persönlicher Hinsicht auf sie auswirken können.

In den letzten Jahren hat eine zunehmende mediale Berichterstattung das Thema „Gewalt gegen Rettungskräfte“ stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sie macht deutlich: Angriffe auf Einsatzkräfte sind kein Problem, das nur Großstädte wie Hamburg oder Berlin betrifft. Mit dem Projekt „Rette sich, wer kann“ möchte das Team der Paderborner Fototage auch in Paderborn darauf aufmerksam machen. Die Porträts von Paderborner Rettungskräften zeigen Menschen, die ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Gewalt im Rettungseinsatz teilen möchten. In begleitenden Interviews schildern sie Eindrücke und Gedanken, die sie in und nach diesen Situationen begleitet haben. Die hier gezeigten Fotografien geben einen Einblick in das Ausstellungsprojekt, das im Rahmen der Paderborner Fototage 2020 unter dem Motto „Tabu: Verbotene Fotografie“ zu sehen sein wird.

Seit 2010 präsentieren die Paderborner Fototage Ausstellungen aus verschiedenen Bereichen der Fotografie in Paderborn. Das Besondere am Konzept der Paderborner Fototage ist, dass dabei international bekannte Künstler auf regionale Fotografen treffen, sich Nachwuchstalente und langjährige Profis auf Augenhöhe begegnen. Ihre Arbeiten werden an unterschiedlichen, zum Teil auch ungewöhnlichen Ausstellungsorten in der Paderborner Innenstadt gezeigt: In Museen und Galerien, Geschäften, Cafés, beim Friseur oder in der Bibliothek. Durch die Präsenz der Bilder im städtischen Alltag erfährt nicht nur das Medium Fotografie in all seinen Facetten öffentliche Aufmerksamkeit, sondern auch die Themen, die sie aufgreifen, die Geschichten, die sie erzählen, und die Diskussionen, die sie auslösen.