Nachhaltigkeit ist bei weitem kein Modegriff. Sie ist einer der Megatrends für das 21. Jahrhundert mit klaren normativen Eckpunkten. Diesen verpflichten sich zum Beispiel die Vereinten Nationen in ihrer 2015 verabschiedeten Agenda 2030. Dort wird in 17 Nachhaltigkeitszielen, den so genannten Sustainable Development Goals (SDGs), festgeschrieben, was die Weltgemeinschaft in diesem Jahrzehnt tun muss, damit alle jetzt und zukünftig lebenden Menschen auf dieser Erde würdige Rahmenbedingungen für ihre freiheitliche Selbstentfaltung vorfinden. Hierzu zählen neben sozialen Zielen wie Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit und Menschenrechte die ökologischen Themen Klima, Wasser und Boden sowie die ökonomischen Herausforderungen saubere Energie, Urbanisierung, Arbeitsrechte, Innovation und nachhaltiger Konsum.

Die vielleicht kürzeste und damit eingängigste Definition lautet demnach Zukunftsfähigkeit, denn wer nachhaltig handelt, handelt auf Zukunft hin!

Nachhaltigkeit - Keine neue Idee

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft des beginnenden 18. Jahrhunderts. Unter nachhaltiger Bewirtschaftung der Wälder versteht man dort, dass dem Wald nur so viel Holz entnommen werden darf, wie durch natürliches Wachstum und Aufforstung wieder nachwächst. Anders gesagt geht es darum, dass der Mensch nicht von der Substanz lebt, sondern von den Erträgen.

Entwicklung seit den 1980er Jahren

Im 20. Jahrhundert sticht die eingängige Definition aus dem Bericht der Brundtland-Kommission aus dem Jahr 1987 heraus, in dem es heißt:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Seit nahezu einem Vierteljahrhundert hat die Nachhaltigkeitsidee eine beachtliche Karriere gemacht: Wurde sie 1987 in dem Brundtland-Bericht erstmals als entscheidender Gradmesser für die Gestaltung unserer Zukunft festgeschrieben, konnte sie 1992 und 2002 auf den Konferenzen der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro und Johannesburg fortgeschrieben und weiterentwickelt werden. Teil dieses Prozesses war die Aufgliederung der Nachhaltigkeit in die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Diese Bereiche sind als eine innere Einheit zu sehen, die im Rahmen von zukunftsfähigen Entwicklungsstrategien in Ländern, Unternehmen und anderen sozialen Einheiten beachtet werden sollen. Die UN-Nachhaltigkeitsziele greifen die Bereiche auf und zeigen, welche Herausforderungen die Weltgesellschaft zu bewältigen hat auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Der Vorteil des Drei-Säulen-Modells liegt vor allem in der gewonnenen Übersichtlichkeit und Universalität, weswegen sich auch die Bank für Kirche und Caritas an ihm ausrichtet.

Fachartikel

Über die positive Wirkung von Investments auf einen nachhaltigeren Finanzmarkt informiert der Fachartikel "Ethisch-nachhaltige Geldanlage: Die Kirchen als Avantgarde ethisch motivierter Investments" von Dr. Karin Bassler und Dr. Helge Wulsdorf.
Die Publikation gibt Aufschluss über die Bedeutung ethisch-nachhaltiger Geldanlagen für Kirchen.