Deutscher Caritasverband e.V.

U25 - Suizidprävention für junge Menschen

Als sich die Mitarbeiter*innen des Arbeitskreis Leben (AKL) Freiburg 2001 darüber Gedanken machten, wie man jungen Menschen unter 25 Jahren, die die höchste Rate an Suizidversuchen aufweisen erreichen kann, konnte keiner ahnen, dass es 2019 zehn [U25]-Onlineberatungsdienste in Deutschland geben wird. Unter dem Arbeitstitel „U25“ wurde eine Idee entwickelt, die bis heute Bestand hat: die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich aufhalten: im Internet und in Schulen.

Mit Laienkenntnissen wurde eine Homepage entwickelt, mit Hilfe von Outlook wurde der Mailverkehr organisiert. 2002 wurden die ersten Peerberater ausgebildet, also junge Menschen unter 25 Jahren, die die gleichaltrigen Hilfesuchenden beraten und auf ihren oft schweren Lebensabschnitten begleiten. Bis 2009 wurden jährlich zwischen 250 und 300 Hilfesuchende begleitet.

2012 wurde der Film „Hallo Jule, ich lebe noch“ in der ARD gezeigt, der eine Anfragelawine losgetreten hat. Bis zu 2.000 Hilfeanfragen kamen an – weit mehr, als bearbeitet werden konnte. Deshalb ist man an den Deutschen Caritasverband herangetreten in der Hoffnung, dass dieser mit seinen Möglichkeiten weitere Standorte in Deutschland aufbaut – mit dem Knowhow der Peerberater und ihren bisherigen Erfahrungen.

Heute gibt es Standorte in Berlin, Hamburg, Dresden, Gelsenkirchen, Paderborn, Dortmund und Biberach a.d.R. Die jüngsten Mitglieder der [U25]-Familie sind die Standorte in Lingen (Emsland) und Nürnberg. Aus ursprünglich sechs Peerberatern in Freiburg wurden mehr als 200 in Deutschland.