Unsere Ausschlusskriterien

Die Bank für Kirche und Caritas richtet sich bei ihren Ausschlusskriterien an den christlichen Leitmotiven „Schutz des menschlichen Lebens“ und „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ aus. Dabei trennen wir nach Kriterien für Länder und Unternehmen, da beide in verschiedener Art Verantwortung für die Zukunft unserer Schöpfung und Gesellschaft tragen. Wenn ein Land oder Unternehmen gegen eines oder mehrere der nachfolgenden Kriterien verstößt, ist für uns als Bank für Kirche und Caritas eine Investition ausgeschlossen. Die Qualität der Kriterien wird nicht zuletzt durch die Kontrolle unseres interdisziplinär besetzten Nachhaltigkeitsbeirats sichergestellt.

Ausschlusskriterien bei Unternehmen

  • Rüstung und Militär (Umsätze mehr als 5 %)
  • Produktion geächteter Streumunition und Engagement im Bereich Anti-Personen-Minen
  • Bau und Betrieb von Kernreaktoren (Umsätze mehr als 5 %)
  • Abtreibung und nidationshemmende Verhütungsmittel
  • Programme zum Klonen, zur gentechnischen Veränderung menschlichen Erbguts oder Verwendung von embryonalen Stammzellen
  • Tierversuche bei der Erprobung von Kosmetika/ Haushaltschemikalien (Umsätze mehr als 10 %)
  • Glücksspiele (Umsätze mehr als 5 %)
  • Tabak (Umsätze mehr als 5% bei der Produktion)
  • Pornografische Produkte (Umsätze mehr als 5 %)
  • Ausbeuterische Kinderarbeit
  • Zwangsarbeit
  • Hohes Produktionsvolumen an Biokraftstoffen aus Lebensmitteln

Ausschlusskriterien bei Staaten

  • Menschenrechtsverletzungen (dauerhaft und systematisch)
  • Fehlende Religionsfreiheit (Unterbindung freier Religionsausübung)
  • Totalitäre Regime (Militärdiktaturen, Unterbindung demokratischer Bestrebungen)
  • ABC-Waffen (Besitz ohne Abrüstungspläne)
  • Todesstrafe (Vollstreckung in den letzten 5 Jahren)
  • Atomkraftwerke (Anteil an der Primärenergieproduktion mehr als 25 % und kein Ausstiegsbeschluss aus der Atomenergie)
  • Hoher Grad an Korruption

Ausschlusskriterien bei Finanzinstrumenten

  • Agrarrohstoffderivate
  • Hochfrequenzhandel

Warum prozentuale Grenzen?

Moralische Urteile über Unternehmen werden in der modernen Wirtschaft immer schwieriger. Gerade angesichts der engen Verstrickungen der Unternehmen auf den Kapitalmärkten ergibt sich oft ein sehr heterogenes Bild, das sich nicht einfach mit den Kategorien „schwarz“ oder „weiß“ beschreiben lässt. Speziell Großkonzerne haben ganz unterschiedliche Geschäftssparten, deren Nachhaltigkeit nur in verschiedenen Graustufen bewertet werden kann. Aus diesem Grund nutzen wir in einigen Kategorien den Schwellenwert von fünf Prozent, um Unternehmen nicht von vornherein abzustrafen, wenn sie in sehr geringem Maße Geschäftsfeldern nachgehen, die wir unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten als fragwürdig erachten. Beim „Schutz des menschlichen Lebens“, etwa in Fragen der Abtreibung und Verwendung embryonaler Stammzellen, lässt unsere christliche Perspektive allerdings keine Umsatzgrenzen zu.

Wir spekulieren nicht mit Lebensmitteln

Über diese Kriterien hinaus schließen wir die Investition in Agrarrohstoffe und Biokraftstoffe der ersten Generation aus. Treibstoffe, die aus Lebensmitteln wie z. B. Weizen, Mais, Soja sowie stärke- und zuckerhaltigen Pflanzen gewonnen werden, gefährden in ihrer monokulturellen Produktion nicht nur die Natur, sondern stehen auch in direkter Konkurrenz zur Erzeugung von Lebensmitteln. Solange die Produktion von 100 Litern Bioethanol so viel Getreide benötigt, wie eine Person im Jahr zum Leben braucht, muss man ethisch hinterfragen, in welchem Maß die Produktion verantwortbar ist.

Investitionen in Agrarrohstoffe schließen wir zudem aus, da übermäßige Spekulationen in den letzten Jahren Anteil an massiven Preissteigerungen bei Lebensmitteln hatten. Die höheren Preise sind Grund für Hunger und Unruhen gerade in den ärmsten Teilen der Welt.