Einführung eines Lieferkettengesetzes

BKC fordert gemeinsam mit weiteren Unternehmen gesetzliche Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt


"Es ist gut, dass die Bundesregierung ein deutsches Lieferkettengesetz und den Einsatz für eine EU-Regulierung zugesagt hat. Wichtig ist, dass das Kabinett sich jetzt rasch auf wirksame Eckpunkte einigt: Die Sorgfaltspflichten müssen sich auf die gesamte Wertschöpfungskette beziehen und neben den Menschenrechten auch Umweltaspekte einbeziehen. Bei Verstößen müssen die Eckpunkte ordnungsrechtliche Sanktionen vorsehen. Und wenn ein Unternehmen durch mangelnde Sorgfalt Schäden mitverursacht, muss es dafür zivilrechtlich haften. Ein deutsches Lieferkettengesetz wird auch die spätere EU-Regulierung maßgeblich beeinflussen."
 
Armin Paasch, MISEREOR


42 deutsche Unternehmen, darunter die BKC, haben ein gemeinsames Statement unterzeichnet, in dem sie sich für eine gesetzliche Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten aussprechen. Die „UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“ geben für Unternehmen bereits einen klaren Bezugspunkt, wie sie ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen sicherstellen können. Dabei ist es absolut wünschenswert, wenn auch Deutschland und die gesamte EU dem Beispiel einzelner Länder, wie Frankreich, folgt und hieraus eine rechtlich verbindliche Regelung ableitet.

Im Juli 2020 riefen über 110 katholische Bischöfe in einem gemeinsamen Statement gegen Menschenrechtsverstöße durch Unternehmen und für weltweite Solidarität auf. Mittlerweile wurde die Erklärung von über 230 katholischen Bischöfen unterzeichnet. Es gilt die Sorgfaltspflichten für globale Lieferketten sowie die Versprechen und völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten. Sofern freiwillige Selbstverpflichtungen nicht ausreichen, bedarf es einer gesetzlichen Regelung.

Für die Bank für Kirche und Caritas ist die Beachtung von Menschen- und Arbeitsrechten wesentlicher Bestandteil in der ethisch-nachhaltigen Anlagestrategie und damit in all unseren Investmentprodukten und Eigenanlagen stark verwurzelt. Menschenrechtsfragen werden in der BKC mit der Einführung des ethisch-nachhaltigen Kriterienfilters seit 2003 umgesetzt. Ausgeschlossen werden sowohl Unternehmen, denen Menschenrechtsverletzungen im eigenen Betrieb oder in der Zulieferkette ohne entsprechende Gegenmaßnahmen nachgewiesen werden, als auch Staaten, die die Menschenrechte dauerhaft und systematisch verletzen.

Bei den Engagement-Aktivitäten der BKC sind Menschenrechtsverletzungen ebenso ein zentraler Baustein. Als katholische Kirchenbank weiß sich die BKC damit den christlichen Leitmotiven Schutz des menschlichen Lebens, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung verpflichtet. Dies zeigt sich auch in unseren vielfältigen Engagementaktivitäten mit Unternehmen.